Was passiert, wenn ein übermotiviertes Herren 60 Doppel auf eine provokante Wette des Cheftrainers eingeht? Es ergibt eine Testosteron geladene Schlacht und Entertainment auf hohem Niveau.
Worum geht es?
Es trug sich zu, dass die zwei Herren 60 Spieler Christian Pietz und Werner Stühler die Vereinsmeisterschaft im Doppel 2009 in ihrer Altersklasse für sich entschieden. Mit stolz geschwellter Brust und der Kraft der zwei Herzen übermittelten sie voller Eifer und Leidenschaft Marcus Leihkauf die freudige Botschaft. Von atemberaubenden Ballwechseln und fernsehreifen Passierschlägen war die Rede. Einige Matchpassagen wurden sogar von Werner Stühler live nachgestellt und von Christian Pietz euphorisch kommentiert. Kurz: Die zwei Herren schwebten auf Wolke 7. Marcus Leihkauf sah sich in Ausübung seiner Cheftrainerposition nun in der Pflicht, diese beiden Herren wieder zu erden.
Er bot ihnen folgende Wette an: Wenn es Marcus gelänge, Werner und Christian als Doppel 6:0 6:0 zu besiegen, dann müssten sie ihm ein Essen mit allem drum und dran ausgeben. Schafften sie auch nur einen einzigen Spielgewinn, wären sie die glorreichen Sieger eines 5 Sterne Essens. Als kleine Extramotivation fügte Marcus an, dass die beiden auch bei ihm in das Doppelfeld spielen dürften.
 Am 27.04.2010 war es dann soweit. Viele Schaulustige hatten sich versammelt. Einige waren auf Marcus´ Seite, doch der größte Teil wollte ihn fallen sehen, diesen zugegebenermaßen im Vorfeld überheblich auftretenden Meister der verbalen Provokation. Und bereits im 2. Spiel schien es so, als würden Christian und Werner dem jungen Wilden die Grenzen aufzeigen können. Zwei läppische Punkte trennte sie von dem größten Erfolg ihrer Tenniskarriere. Es stand 30:0 bei Aufschlag Werner. Kurz zuvor hatte Werner einen seiner gefürchteten Vorhandschläge millimetergenau auf die Linie platziert und Marcus in Schockstarre versetzt. Diesem war die Angst förmlich ins Gesicht geschrieben. Was, wenn nach 3 Minuten alles zu Ende wäre? Wenn die vielen Sprüche und großspurigen Ankündigungen zu hohlen Phrasen verpuffen würden?
Doch dazu sollte es nicht kommen. Werners Nerven hielten dem Druck nicht Stand. Zwei leichte Fehler, 30/30. Zwei weitere Steffi Graf Gedenk Slices von Marcus, Spielgewinn Marcus. Ab diesem Zeitpunkt machte das Vereinsmeisterdoppel keine zwei Punkte mehr in einem der folgenden Spiele und musste sich nach nur knapp 40 Minuten Spielzeit 6:0 6:0 geschlagen geben.
 Es war ein unterhaltsames Event mit ehrgeizigen Teilnehmern. Werner hatte die Niederlage schwerlich verdauen können und nimmt nun via Internet Tennistraining bei Nick Bolletieri. Abends, wenn man bei ihm zu Hause vorbei fährt, sieht man am Fenster seinen Schatten Aufschläge üben. Insider munkeln, es soll eine Art Revanche zwischen Werner und Marcus geben. Die Fans warten gespannt.
 
PS: Der Fairness halber sei angemerkt, dass Werner Stühler einen ersten Wettkampf mit Marcus für sich entscheiden konnte. Beide spielten im vergangenen Jahr Tischtennis gegeneinander und Werner gewann. Auch hier soll es eine Revanche geben.
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